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Bad Wildbad/Höfen: Größte Jugendfeuerwehr im Kreis Calw

Ein Teil der Jugendfeuerwehr Bad Wildbad/Höfen mit den Betreuern (v. l.) Julia Herr, Sven Mehle, Nicole Groß, Timo Büchler, Carsten Rapp, Ann-Kathrin Günthner, Frederik Herrmann und mit Gerhard Wurster (rechts) als Leiter der Jugendfeuerwehr

Ein Teil der Jugendfeuerwehr Bad Wildbad/Höfen mit den Betreuern (v. l.) Julia Herr, Sven Mehle, Nicole Groß, Timo Büchler, Carsten Rapp, Ann-Kathrin Günthner, Frederik Herrmann und mit Gerhard Wurster (rechts) als Leiter der Jugendfeuerwehr

Wenn alle 64 Mitglieder der gemeinsamen Jugendfeuerwehr Bad Wildbad / Höfen im Alter zwischen acht und 17 Jahren den beiden Feuerwehren erhalten blieben, wäre dies ein nachhaltiger Schub für den Personalstand in den Reihen der Aktiven. Mit den Übernahmen einverstanden wären wohl die Kommandanten Tido Lüdtke (Bad Wildbad) und Thomas Braune (Höfen) sowie die Abteilungskommandanten Gerhard Wurster (Calmbach), Alfred Etzel jun. (Wildbad), Sven Mehle (Aichelberg / Hünerberg / Meistern) und Steffen Keller (Sprollenhaus / Nonnenmiß), die neben weiteren Gästen zur Abteilungshauptversammlung der Jugendfeuerwehr ins Wildbader Feuerwehrhaus gekommen waren.

Erstmals fand diese an einem Freitagabend anstelle eines Samstags wie in den vergangenen Jahren statt. Vielleicht waren weitere Aktivitäten der Jugendlichen freitags und die Vorbereitung des "Tag der offenen Tür" an der Calmbacher Fünf-Täler-Schule der Grund dafür, dass nur ein gutes Viertel der Jugendlichen zugegen war. So die Vermutung von Gerhard Wurster als Leiter der Jugendfeuerwehr, der einen umfassenden Bericht über das vergangene Jahr erstattete. Von den insgesamt 64 Kindern und Jugendlichen, davon 38 Jungen und 26 Mädchen, kommen 19 aus Höfen, 25 aus Calmbach, 16 aus Wildbad, drei aus Aichelberg und ein Junge aus Sprollenhaus. 15 Kinder sind zwischen acht und zehn Jahre alt, 27 Kinder und Jugendliche gehören der Altersgruppe zwischen elf und 13 Jahren an, 22 Jugendliche haben ein Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Betreut werden sie von insgesamt 24 Feuerwehrangehörigen, davon sieben Frauen, zusätzlich zu deren regulärem Feuerwehrdienst. Aufgenommen in die Jugendfeuerwehr wurden im vergangenen Jahr 13 Kinder und Jugendliche, ausgetreten sind 14. Von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Feuerwehrdienst übernommen wurden drei Jugendliche. Die Möglichkeit dazu hätten im Laufe dieses Jahres aufgrund ihres Alters acht Jugendliche. "Wir brauchen euch ganz, ganz dringend!", war deshalb der Aufruf von Gerhard Wurster zum Übertritt in die Reihen der Aktiven. Bei Übungen und im attraktiven Freizeitprogramm wie etwa mit Ausfahrten und im Ferienlager im Waldpark Grünheide im Vogtland verbrachten die Kinder und Jugendlichen im vergangenen Jahr insgesamt 7 550 Stunden, vorbereitet und abgewickelt von den Betreuern mit insgesamt  2 381 Dienststunden; darunter zuweilen sogar komplette Urlaubstage.
Begünstigt von der wochenlangen guten Witterung war der Betrieb auf dem von der Jugendfeuerwehr betreuten Jugendzeltplatz, der im vergangenen Jahr Gerhard Wurster zufolge mit 15 Gruppen mit 1 202 Teilnehmern und mit insgesamt 2 544 Übernachtungen belegt war. Etwa tausend weitere Gäste fanden sich zum "Polterplatz Open Air" auf dem Jugendzeltplatz ein. Mit diesen Zahlen war der Platz an 90 Tagen belegt, verbunden mit der entsprechenden, von ihm und von seinen Feuerwehrkameraden Timo Büchler, Thomas Welker, Tatjana Gansor und Ronny Peschel erbrachten 235 Arbeitsstunden. Für dieses Jahr ist der Zeltplatz schon ausgebucht, Nutzungsverträge konnte Gerhard Wurster schon bis zum Jahr 2024 abschließen. "Das Einzige, was uns am Zeltplatz immer noch große Sorgen bereitet, ist die Abwasserbeseitigung aus den Abwassergruben bei der Anwesenheit von großen Gruppen", beklagte Gerhard Wurster und hoffte auf eine Beseitigung dieses Problems mit einem baldigen Anschluss des Zeltplatzes an das allgemeine Kanalnetz. Im Blick auf die erfolgreiche Jugendarbeit bekannte er: "Ich möchte bei keiner anderen Feuerwehr als hier sein!"
Über einzelne Aktivitäten der Jugendfeuerwehr berichtete Frederik Herrmann in Vertretung von Ronny Peschel. Danach absolvierte diese 18 reguläre Übungen, davon neun in den einzelnen Ortsgruppen und neun gemeinsam. Von ihrem Inhalt her befassten sich diese zu 80 Prozent mit der Feuerwehrtechnik und zu 20 Prozent mit allgemeiner Jugendarbeit wie etwa mit Spielen und mit Basteln. Highlights waren dazuhin eine Eis-Disco im "Polarion" in Bad Liebenzell, die Teilnahme an der Ortsputz-Aktion in Höfen, der von allen 14 Teilnehmern erfolgreich abgelegte Test für die Stufe eins der "Jugendflamme", das mit 22 Jugendlichen und acht Betreuern besuchte Zeltlager im Vogtland, der Besuch des Minigolfplatzes im Monbachtal bei Bad Liebenzell mit 19 Jugendlichen und acht Betreuern, eine Schauübung der Jugendfeuerwehr beim Sommerfest der Feuerwehrabteilung Calmbach und der Jahresabschluss mit einem Besuch des Erlebnisbades "Miramar" in Weinheim.
"Ihr macht das richtig gut", lobte Jochen Borg als Erster Bürgermeister-Stellvertreter Bad Wildbads die Jugendfeuerwehr und bezeichnete den Betrieb des Jugendzeltplatzes als eine "Erfolgsstory". - Der Höfener Bürgermeister Heiko Stieringer sah in der gemeinsamen Jugendfeuerwehr eine sinnvolle Bündelung der Kräfte. Er lobte die gute Zusammenarbeit und erachtete es als wichtig, den Kindern und Jugendlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für den Feuerwehrdienst begeistern und sie motivieren, dabei zu bleiben.- Der Bad Wildbader Stadtbrandmeister Tido Lüdtke freute sich über die zahlreichen Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Über den Anschluss der Kläranlage Christophshof an den bestehenden Abwasserkanal im Lautenhof mit der Möglichkeit eines Anschlusses des Zeltplatzes werde derzeit eine Studie erstellt, bei der es auch um die anfallende Abwassermenge gehe. Eventuell müssten auch noch Regenüberlaufbecken gebaut werden. Die Jugendfeuerwehr sah er als eine elementare Säule für den späteren aktiven Feuerwehrdienst. -  Kommandant Thomas Braune betonte die große Bedeutung einer guten Nachwuchsarbeit auch für die Höfener Feuerwehr. - Erster Polizeihauptkommissar Fredy Pfeiffer als Leiter des Polizeipostens Bad Wildbad mahnte, die schlimmen Folgen jugendlichen Übermuts zu bedenken und sich entsprechend zu verhalten. - Dr. Ulrich Lunkenheimer als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Oberes Enztal verwies auf den derzeit laufenden Aufbau einer Jugendrotkreuz-Gruppe und hielt eine Doppelmitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr und beim Jugendrotkreuz für durchaus erstrebenswert und vorstellbar.
Info:
Mit ihren 64 Kindern und Jugendlichen ist die Jugendfeuerwehr Bad Wildbad / Höfen die mitgliederstärkste im Landkreis Calw. Sie ist dazu hin im Kreis Calw und wohl auch in der Region die einzige Einrichtung dieser Art, die nicht nur bei einer einzigen, sondern bei zwei selbständigen Feuerwehren und damit interkommunal angesiedelt ist. Eine hohe Attraktivität genießt der von der Jugendfeuerwehr betreute und auf den Internetplattformen unter "gruppenunterkünfte.de" und "gruppenhaus.de" zu findende Jugendzeltplatz,  der bei Gerhard Wurster im vergangenen Jahr 180 mal angefragt wurde.

Text und Bild: Heinz Ziegelbauer

Nachricht vom: 20.02.2019