Kreisverkehr „Sonnenkreuzung“: Höfen an der Enz

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Kreisverkehr kommt nun doch schon früher!

Bereits 2022 soll in der Höfener Ortsmitte angefangen werden / Landratsamt plant drei Monate Bauzeit

Seit vielen Jahren kämpfen der Höfener Gemeinderat, der ehemalige Bürgermeister Holger Buchelt und nun seit Amtsantritt auch sein Nachfolger Heiko Stieringer für einen Kreisverkehr in der Ortsmitte. Nun könnte dieser Traum sogar schneller wahr werden als ursprünglich gedacht: 2022 soll gebaut werden.

Bereis 2013 behandelte der Höfener Gemeinderat das Thema Kreisverkehr an der "Sonnenkreuzung" in seinen Sitzungen. Der zunehmende Verkehr auf der Bundesstraße 294 und auf der Landesstraße 343 aus Richtung Langenbrand und Schömberg kommend war schon damals Thema, die Kostenschätzung belief sich damals auf rund 440 000 Euro. Mittlerweile sind viele Jahre ins Land gegangen, der damalige Bürgermeister Holger Buchelt ist nicht mehr im Amt. Den Kreisverkehr hatte sich aber auch sein Nachfolger Heiko Stieringer bereits im Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben.

2020 schien dann der Kreisverkehr bereits in greifbare Nähe gerückt. Nachdem das Landratsamt die Gemeinde bei diesem Thema schon immer unterstützt habe, sei nun auch das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) umgeschwenkt und halte einen Kreisverkehr nicht mehr für ausgeschlossen – allerdings definitiv nicht vor 2023, sagte der Höfener Bürgermeister damals im Gespräch mit unserer Zeitung. Und er zeigte sich zuversichtlich: "Über das ›Ob‹ sind wir raus, es geht nur noch um das ›Wie‹ und ›Wann‹." Stand damals: "Allerdings definitiv nicht vor 2023." Das hat sich nun geändert. Aller Voraussicht nach soll bereits 2022 gebaut ­werden.

Stieringer bestätigte auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten, "dass die Verkehrszählungen abgeschlossen sind, die Polizei, das RP und auch das Landratsamt ihre befürworteten Statements dazu abgegeben haben und eine Lichtsignalanlage als Alternative definitiv ausscheidet".

Als Grund hierfür teilt er mit, dass auch hier bauliche Veränderungen der Straßenführung erfolgen müssten, sodass langfristig auch in Sachen der Straßenunterhaltung ein Kreisverkehr sinnvoller sei. "Dieser erfüllt mit 33 Metern im Durchmesser auch die erforderliche Norm und passt sich somit auch gut an der Sonnenkreuzung ein, ohne in den bestehenden Baumbestand (Kurpark) eingreifen zu müssen", so Stieringer weiter. Aktuell müssten mit Angrenzern noch Gespräche geführt werden, um kleine erforderliche Grundstücke zu besprechen, die dann im Tauschgeschäft angeboten werden ­können.

Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist für den Bürgermeister "aber auch, dass dieser Kreisverkehr zu einem sicheren Schulweg beitragen wird, weil dieser mit drei Querungshilfen (Fahrbahnteiler) im Bereich der Liebenzeller Straße, Hindenburgstraße und Wildbader Straße versehen wird". Im Weiteren werde dieser zwischen Fahrbahn und Gehweg optisch mit Grünzügen versehen und erhalte auch im Innern eine Grünfläche mit 17 Meter Durchmesser. "Was beiläufig auch noch zu einem optisch wesentlich schöneren Ortskern beitragen wird", ist er ­sicher.

Zu den geplanten Kosten konnte er keine Auskunft geben, da er sich von Anfang an, auch in Gesprächen mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel und dem Landtagsabgeordneten Thomas Blenke, "gegen eine Kostenbeteiligung an dem Kreisverkehr ausgesprochen habe". Auf die Gemeinde Höfen entfallen demnach nur Kosten, die in den Zuständigkeitsbereich der Kommune fallen, wie etwa Kanaldeckel, "und diese dürften sich im niedrigeren fünfstelligen Bereich belaufen", so Stieringer, der weiter sagt: "Ich freue mich, wenn die Aussagen aus dem Landratsamt erfüllt werden können und mit dem Bau bereits 2022 begonnen werden kann."

Die Planungen bestätigt auch Janina Müssle, derzeit beim Calwer Landratsamt zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit: "Der Baubeginn des Kreisverkehrsplatzes in Höfen im Bereich der Einmündung B 294/L 343 ist in Abhängigkeit der Haushaltslage für das Jahr 2022 geplant. Die Bauzeit wird auf circa drei Monate geschätzt und soll im Jahr 2022 fertiggestellt werden."

Eine grobe Kostenschätzung der Maßnahme liege bei 1,1 Millionen Euro. "Die Kosten teilen sich die Bundesrepublik Deutschland als Baulastträger der Bundesstraße und das Land Baden-Württemberg als Baulastträger der Landesstraße entsprechend des Verkehrsaufkommens des entsprechenden Kreisverkehrsastes", so Müssle weiter. Die Maßnahme wird von der Abteilung Straßenbau des Landratsamtes Calw in Vertretung des Landes Baden-Württemberg geplant und ­gebaut.

Der Neubau des Kreisverkehrsplatzes diene der Verbesserung der Verkehrssicherheit. Denn die L 343 mündet unübersichtlich in die B 294, "was regelmäßig zu gefährlichen Situationen führt", teilt sie mit. Zudem führe das Verkehrsaufkommen im Zuge der B 294 zu großem Rückstau auf der L 343, wodurch auch unerwünschter Verkehr durch Anliegerstraßen ­entstehe.

Text und Bild: Bernd Mutschler, Schwarzwälder Bote

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